Ende März in New York – es ist nahe null Grad, neblig und es schneit. Die eigentlich tolle Aussicht vom Konferenzzentrum am Chelsea Pier auf den Hudson kann man so auch nicht gerade genießen.

Die Veranstaltung war aber sehr interessant und erfolgreich. Den besten (und unterhaltsamsten) Vortrag hat Jeff Jonas gleich zu Anfang gehalten. Jeff ist Distinguished Engineer bei IBM, seitdem er sein Unternehmen, das sich mit der Analyse von Gambling Daten in Las Vegas beschäftigte, an Big Blue verkauft hat. Er berichtete u.a., dass es in den USA täglich 600 Milliarden Datensätze zu Handy-Ortungs Informationen anfallen. Hierüber kann man abenteuerliche Analysen fahren, und z.B. mit 87%iger Wahrscheinlichkeit vorhersagen, wo sich eine Person in zwei Stunden aufhalten wird. In Deutschland wird bei dem Gedanken jedem Datenschützer natürlich sofort schlecht, in den USA wird darüber geschmunzelt.

Generell waren die Vorträge sehr eng getaktet und dauerten jeweils nur zwischen 10 und maximal 40 Minuten für Panel-Diskussion. Die aktuellen Herausforderungen von Big Data wurden natürlich in jedem Beitrag intensiv besprochen, leider nur in wenigen Fällen mit konkreten Beispielen. Breiten Platz nimmt hierbei immer noch das Thema Map-Reduce / Hadoop ein. Das ist halt derzeit in Mode, aber eigentlich weiß jeder, dass dieser Ansatz nur für Batch Processing und nicht für Realtime Anfragen geeignet ist. Stattdessen versucht man mit jeder Menge zusätzlichen Software-Produkten (Hadoop-Ecosystem), die Funktionalitäten zu ergänzen und nachzubauen, die ein anständiges Datenbanksystem schon mit sich bringt.

Die ganz großen Anbieter (IBM, Oracle, Microsoft) suchte man in der Ausstellung vergeblich, was nicht wirklich verwunderlich ist. Sybase hatte eine kurze Präsentation und der CEO von Netezza (“an IBM Company”) war in einer Panel Diskussion.

Alles in allem hat sich der Trip nach New York wirklich gelohnt, hauptsächlich aber wegen der interessanten Gespräche, die ich in den Pausen und am Rande führen konnte.

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