Letzte Woche war ich auf der Konferenz für „Extremely Large Databases“ auf dem Gelände des SLAC in Palo Alto. Die Veranstaltung war mit mehr als 300 Besuchern und über 50 Gästen auf der Warteliste mehr als überbucht. Vertreter von Linkedin, Facebook, Zynga, ebay gaben Einblick in die Praxis von Big Data Management in ihren Unternehmen. Daneben gab es eine Reihe von spannenden Vorträgen über die Massendatenverarbeitung in Wissenschaft und Forschung.

Ein zentrales, auch sehr kontrovers diskutiertes Thema war die Fragestellung, ob klassische Datenbankenarchitekturen oder NoSQL Ansätze wie Hadoop oder Cassandra bessere Big Data Lösungen bereitstellen können. Datenbankpapst Michael Stonebraker brachte es in seinem ersten Vortrag auf den Punkt. Seiner Meinung nach sind die Shared-Nothing Architekturen der verteilten RDBMS auf jeden Fall besser skalierbar als die Shared-Disk Ansätze von Hadoop & Co. Dabei provozierter er auch bewusst mit der Aussage: „Um aus dem Hadoop Framework eine Datenbank zu machen, muss man fast alles drumherum bauen, was eine richtige DB ausmacht“.

Wie man die Stärken beider Ansätze nutzen kann zeigte, Thomas Fastner von ebay, der übrigens auch auf dem Big Data Forum am 29. /30 11 in Düsseldorf präsentieren wird. Während Linkedin, Facebook und weitere sich auf NoSQL fokussieren und dabei enorme Server-Infrastrukturen und große Entwicklungsleistungen benötigen, kombiniert ebay die existierende Teradata Infrastruktur mit dem Einsatz von Hadoop. Der Einsatz von Hadoop beschränkt sich hierbei aber auf die Verarbeitung von unstrtukturierten Daten.

Zum Abschluss gab es dann noch drei Präsentation über Big Data Analytics in der Cloud und auch hier wurde heftig debattiert über die Bedeutung von Cloud Computing für Big Data. Während einige Vertreter behaupteten zukünftig werde alle Datenverarbeitung in der Wolke stattfinden (Zitat „your own datacenter is so 90`s“), zeigten andere auf die Problematiken mit Datensicherheit und garantierter Verfügbarkeit.

Alles in allem eine klasse Veranstaltung mit spannenden Beiträgen und interessanten Gesprächen in den Pausen. Wer mehr über die dort gehaltenen Vorträge erfahren möchte, kann mich gerne unter Joerg.Bienert@ParStream.com kontaktieren.

PS: Zum Lunch gab es dann sogar “German Bratwurst with Kraut”; kam dem Original schon ziemlich nah.

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